Unsere Nikolausaktion ist ein wenig schief gelaufen, wir versteckten Schokolade unter den Kopfkissen der Jungs, doch am naechsten Morgen gab es einen riesigen Tumult, einige von den grossen Jungs haben die ganze Schokolade geklaut ;-)
Nach der Drachenadventskalenderaktion, gab es am 2. Advent neue Handtuecher.
Danach fuhren wir zu einer DonBosco- Schule in Bombay, wir besuchten einen Kurs in dem wir viele Tipps bekamen, wie wir unseren Jungs effektiven Englischunterricht geben koennen. Die Fathers kuemmerten sich aber auch darum, dass wir Bombay und das dazugehoerige Nachtleben richtig kennenlernten ;-) Zuerst ein paar Cocktails mit den Fathers (diese Salesianer...Jeder fuer sich meistens ein Knueller, spruehen vor Lebensfreude und Witzigkeit, gestandene Maenner mit Vorbildsfunktion.... Wir sind wirklich so froh immer wieder so nett und herzlich aufgenommen zu werden....) und dann kam die Ueberraschung, ein Maedchen kam uns abholen, wir bekamen einen Fahrer gestellt und ab ging es ins Nachtleben. Wir waren in einigen Clubs, die Musik war gut und auch das indische Bier schmeckt einigermassen ;-) Doch auch hier wieder: wie kann man im klimatisierten Wagen durch die Slums zur naechsten Party fahren? Immer wieder diese Gedanken...
In Bombay schauten wir uns dann noch einige DonBoscoProjekte an: eine Schule, eine Ausbildungsstaette und ein "Childrenrights- Buero", alles super interessant. In einer Schule bekamen wir komplett deutsches Essen, da Lufthansa uebriggebliebenes Essen dahin sponsort!! ;-)
Wirklich Wahnsinn wie gut wir ueberall aufgenommen werden, viele Inder sind wirklich so wahnsinig hilfsbereit und gastfreundlich, meistens sogar ohne Aufdringlichkeit. Wir haben schon so viele nette Menschen kennengelernt: wenn man nach dem Weg fragt, passiert es oft, dass man ein ganzes Stueck begleitet um Sicher zu gehen, dass man auch wirklich ankommt usw.usw. Oft weiss man gar nicht wie man den Menschen danken kann.
Nach dem Bombaytripp spruehten wir wieder vor Ideen und Motivation und ab ging es in die heisse Vorweihnachtsphase im Snehalaya.
Die zwei Wochen vor Weihnachten gab es so wahnsinnig viel zu erledigen, eine Woche war fast die komplette Belegschaft weg, wir mussten uns um vieles kuemmern: Theaterproben, Kostueme und Kulissen basteln, Adventsaktionen, Officearbeit (Betreuung der "Missingchildline"- Datenbank mit Angaben von gefundenen Kindern, damit Verwandte sie wiederfinden koennen), Franzis-Geburtstagsprogramm und ungefaehr 1 Million kleine Sachen die immer wieder anfallen. Vor Weihnachten bemalten wir auch noch die Schliessfaecher im Heim, mehr Arbeit als gedacht war....Alles in allem sahen wir die Tage bis Wehnachten aus wie Gespenster mit Augenringen bis zur Nasenpitze und trotzdem war jeder Tag toll und der Stress wirklich 100 Prozent positiv ;-)
Zwischendurch gab es noch einige Probleme mit Jungs die die Schule schwaenzten, meiner Meinung nach kein Wunder...........60 Jungs bei einem Lehrer usw.usw.
Am 3. Advent wollten wir mit allen Jungs Plaetzchen backen. Problem: Kein Ofen, Schokolade zu teuer und auch sonst kaum Zutaten. Also backten wir Pfannkuchen, ließen die Jungs daraus Formen ausstechen und diese konnten Sie dann mit Marmelade und Schokosauce essen.................Tja, Not macht erfinderisch ;-) Ein riesen Spass und richtig lecker, die Jungs wuerden es nun am liebsten taeglich machen.
Im Dezember war es uebrigens richtig kalt in Baroda. Nachts um die 5 Grad, tagsueber nicht mehr als 20 Grad, richtig angenehm! Konnte also sogar mal ne Jacke und Schal auskramen...
Und immer wieder laeuft vieles nicht nach Plan, aufregend ist es aber immer. Ob man stundenlang (und das schon zum wiederholten Male) beim moslimischen Schneider sitzt und sich ueber Isaak unterhaelt, alles noch durch Gebetszeiten verzoegert wird, oder oder oder.....
Immer wieder auch Sorgen um manche Jungs..........manchen wird direkt vor dem Heim von Zuhaeltern aufgelauert, andere werden gegen ihren Willen von Familienangehoerigen weggeholt usw.....
Wahlen: Ueberall gab es Menschenansammlungen mit Trommeln, Plakaten usw, Autos fuhren mit Lautsprechern durch die Gegend..........Wahlen in Indien!! Es besteht Wahlpflicht in Indien, Jeder Waehler bekommt einen Strich auf den Zeigefinger der rechten Hand, damit man oeffentlich sieht wer bereits gewaehlt hat. Wahlbueros bestehen aus Tischen auf offener Strasse, geheime Wahl daher kaum moeglich....polizeiliche Kontrolle.