Donnerstag, 21. August 2008

Die Letzten Wochen im Snehalaya/ Baroda/ Indien

Ein kleiner Rueckblick...

Ende Mai fuhren wir mit allen Kindern in eine Don Bosco Schule in einem Dorf. Wir genossen die Landschaft und die Ruhe, verbrachten einfach intensiv die Zeit miteinander, Entspannung fuer 2 Tage, bevor die Schule wieder startete. Mit Hilfe von Spendengeldern wurde circa 20 Kindern der Besuch einer Privatschule ermoeglicht!

Wir haben eine tolle Krankeschwester gefunden, die sich nun fast taeglich freiwillig und mit viel Liebe und Humor um die kleineren und groesseren Leiden der Jungs kuemmert. Auch eine Psychologin wurde gefunden, sie wird eingearbeitet, danach wird geschaut wie sinnvoll eine Anstellung ist.

Abduls und Shines muslimische Hochzeit stand an, von der Verlobung hatte ich bereits berichtet.

Am Tag zuvor wurde Abdul von allen mit einer gelben Paste eingeschmiert, Ein Stueck des Korans wurde vorgelesen, dann gab es eine Prozession mit Schwert und Kokusnuessen zu dem Zimmer, welches Abdul bis zu seiner Hochzeitszeremonie nicht mehr verlassen durfte.

Die Hochzeit an sich war weniger spektakulaer. Viele Leute in einer Bahnhofshalle, die Zeremonie war schnell vollzogen, der Hochzeitszug mit dem als Tannenbaum ;-) geschmueckten Abdul in der Mitte tanzte durch die Strassen. Tausende Rituale, deren Erlaeuterung mal wieder den Rahmen sprengen wuerden... Braeutigamsschuhklau inbegriffen ;-)

Im Juni setzte der langersehnte Monsun ein. Begruesst wurde er mit Rutschpartien und Schlammschlachten ;-)

Wir besuchten noch einige Projekte in der Stadt, z.B. das „Mother Theresa- Krankenhaus“, die Schule der Jungs und das Kinderheim der Regierung. Dort war es wirklich schlimm, die Kinder werden an den Bahnhoefen eingefangen und dann eingesperrt. Am schrecklichsten war es fuer uns, Kinder dort zu sehen, die wir kannten- keine Chance sie zu befreien.

Ausserdem besuchten wir noch Aussenstationen des Snehalaya-Projekts.Wie z.B. das Roshni-projekt: Lehrerinnen gehen in die Slums und unterrichten dort und Drop-In- Centres, welche Kinder, die an den Bahnhoefen leben, betreuen, Unterschlupf gewaehren und bei Erfolg nach einmonatiger Probezeit ins Snehalaya gebracht werden.

Die Europameisterschaft ging auch an Indien nicht spurlos vorbei. Die Inder waren ploetzlich total Fussball-begeistert, schauten sich die Spiele mitten in der Nacht an, ueberall gab es u.a. Deutschlandtrikots zu kaufen!

Als letzten Tagesausflug folgten wir der Einladung Fr. Stannys, ihn in seinem neuen Dorfprojekt zu besuchen. Er leitet dort eine technisch ausgerichtete Schule. Er zeigte uns weitere Projekte der Salesianer, welche u.a. Hilfe in der Landwirtschaft stellen, Selbsthilfegruppen leiten und sich um bessere Bewaesserungsmoeglichkeiten kuemmern. Wir besuchten einen der groessten Staudaemme der Welt und trafen in einem Mini-Dorf auf eine spanische Nonne, welche sich seit ueber 20 Jahren um die dortige Maedchenschule kuemmert. Mitten in der Praerie, abgeschieden von jeglicher Zivilisation....

Tage des Abschieds...

Und dann war die Zeit nicht mehr aufzuhalten. Der Abschied rueckte immer naeher. Wir versuchten uns abzulenken, noch so viel wie moeglich Zeit mit den Kindern zu verbringen, zu unternehmen, zu organisieren.

Wir besuchten noch einmal liebgewonnene Freunde, es gab noch Parties mit Angestellte, das letzte Mal ins Lieblingkaffee, zum Bazaar und zum Schneider.

Wir machten uns Gedanken, was koennen wir unseren Kindern zum Abschied schenken, wie koennen wir ein wenig unsere Verbundenheit und Dankbarkeit ausdruecken? Also fingen wir an, jedem unserer 100 Kinder einen persoenlichen Brief zu schreiben, wir knuepften Freundschaftsbaender und starteten ein Photoshooting. Jedes Kind sollte zum Abschied ein Photo von sich selbst und von uns bekommen...

An Schlaf war also kaum noch zu denken ;-)

Zufaellig war auch gerade ein Zirkus in der Stadt, mit 60 Euro konnten wir alle Kinder dorthin einladen. Sie waren begeistert von den Tieren usw., am meisten gefielen ihnen aber natuerlich die knappen Zirkuskostueme der Maedchen ;-)

Wir planten auch ein grosses Abschiedsfest fuer alle Freunde, Angestellten, Kinder und Unterstuetzer. Es war so toll. Zuvor brachte uns Monty noch einen indischen Tanz bei, welchen wir dann auffuehrten, die Jungs kamen aus dem Groehlen nicht mehr raus ;-) Dann gab es Spiele und eine Dia-show, Eis und chinesisches Essen mit einer abschliessenden tollen Party. Es regnete die ganze Zeit, dennoch war es ein unbeschreiblich tolles Fest. Mit einer Wahnsinnsstimmung. Ich kann es bis heute kaum fassen. Genau wie das Gefuehl aller darauffolgenden Tage. Ich erlebte viele Dinge fast wie in Trance, oder einer Art Schockzustand. Kann so viele Dinge selbst einen Monat danach noch nicht begreifen.

Die Stimmung war teilweise sehr bedrueckt, dennoch war es auch spuerbar, dass jeder versuchte uns den Abschied so schoen und leicht wie moeglich zu machen. Selbst die Kinder nahmen alle Staerke zusammen und gegenseitig konnten wir uns troesten.

Auch Fr. Roger, der Mann dem wir so viel zu verdanken haben, der uns das ganze Jahr ueber ein toller „Chef“, Freund war und wir das Gefuehl hatten, als haette er uns als seine Toechter aufgenommen, wuselte die ganze Zeit herum und organisierte viele Dinge. Er bereitete die Jungs auf den Abschied vor und gab ihnen Unterstuetzung.

Er schaffte es alle Dinge, die uns waehrend der ganzen Zeit belasteten, zu klaeren, er suchte Jungs, welche abgehauen waren und uns viel bedeuteten, wieder auf und wollte einfach nur, dass wir mit einem guten Gefuehl das Snehalaya verlassen koennen.

Wir packten unsere Sachen, Freunde kamen um „Tschuess“ zu sagen, es gab viele Traenen, niemand konnte die Situation fassen und dennoch waren die letzten Tage sehr intensiv.

Die Kinder reagierten sehr unterschiedlich: Einige drohten einfach die Luft aus dem Jeep zu lassen, oder den Flugzeugstart zu manipulieren. Andere zogen sich vollkommen zurueck.

In den letzten zwei Tagen sahen wir die Kinder alle sehr beschaeftigt. Sie probten fuer unser Abschiedsprogramm. Oft mussten wir so lachen, da sie unsere Sachen trugen, welche wir nicht mit nach Deutschland zurueck nehmen wollten ;-)

Dann kam auch schon der letzte Tag.

Das Programm war so toll, wir weinten eigentlich die ganze Zeit, teils vor Traurigkeit, doch auch vor Dankbarkeit, Froehlichkeit und einfachem Lachen ;-) Was die Kinder, zusammen mit den Angestellten und Fathers auf die Beine stellten war einfach unglaublich. Fr. Roger gab seine Magicshow zum Besten, die Kinder gaben uns ihre gebastelten Geschenke und Briefe. Dann fiel die Anspannung der letzten Tage von allen ab und es gab so viele Traenen... nicht nur von Kindern.

Zurueck im Bollywoodstatistenlager...

Am naechsten Morgen verliessen wir das Snehalaya, unser Zuhause, in dem wir die letzten 10,5 Monate lebten. Die Kinder hatten schulfrei, der Abschied war hart.

Wir wurden zum Bahnhof gebracht, Abschied von Freunden, Fr. Roger und einigen unserer grossen Jungs. Nach einer Nacht in Bombay im Provincialhouse wurden wir von unserem Coordinator Fr. Savio zum Flughafen gebracht. Ein letzter Blick zurueck und ploezlich sassen wir im Flieger. Zwischenstopp in Dubai, dann Ankunft in Duesseldorf. Abschied von Anne und Franzi, zusammen verbrachten wir fast jeden Tag der letzten 11 Monate, lebten zusammen in einem 12 m² Zimmer, gingen durch Hoehen und Tiefen und waren ein starkes Team.

Plötzlich wieder weiße Menschen (die in Indien gerne als Statisten in Bollywoodfilmen genutzt werden ;-) ), Ankunft in Wittichenau, der Familie und Freunden.

Selbst nach einem Monat kann ich so viele Dinge noch nicht begreifen, erzaehlen und erklaeren.

Das normale Leben geht weiter, man ist schnell wieder drin im Leben der Familie und im Freundeskreis, schoen nach einer ziemlich langen Zeit.

Dennoch sind meine Gedanken teilweise noch mehr in Indien als hier, das Vermissen des Landes, der Leute, Anne und Franzi und besonders der Kinder und meiner Arbeit dort ist sehr gross.

Wenn man zurueck schaut ist es fast unreal, wie ein Traum. Und alles geht weiter...Im Oktober starte ich mein Studium fuer Erziehungswissenschaften, davor noch ein Rueckkehrerseminar. 20 Jugendliche aus ganz Deutschland, die fuer ein Jahr in der ganzen Welt verstreut waren, treffen wieder aufeinander. Organisiert von der Organisation, die mich das ganze Jahr ueber begleitete und mir diese Zeit ermoeglicht hat: „Don Bosco Jugend-Dritte-Welt“.

Mit dem Snehalaya bin ich natuerlich weiterhin im Kontakt. Im September reisen zwei neue Volontaere an.

Gerade habe ich gehoert, dass die Foerdermittel fuer das Heim gekuerzt wurden. Spenden koennen also gut gebraucht werden.

Nachdem ich eine Woche zurueck in Deutschland war, hoerte ich in den Nachrichten von Bombenanschlaegen in Ahmedabad. 45 Tote in einer Stadt, unweit von Baroda, welche wir einige Male besuchten. Angeblich Racheanschlaege, wegen der Attentate, die 2003 ueber 1000 Tote und Verletzte in Baroda forderten. Unruhen zwischen Hindus und Moslems, vermischt mit politschen Hintergruenden.

Namaste!

Anna

(Bilder gibt es diesmal keine, da es viele Anfragen fuer einen kleinen Vortrag gibt, werden diese dann dort gezeigt. Zeit und Ort wird noch bekannt gegeben.)

Dienstag, 27. Mai 2008

Neue Bilder











Ohoh, es wird mal wieder lang,

dafuer wird es ja nicht mehr so viele Berichte geben ;-)�..hmmh, hmmh�..Wo habe ich das letzte Mal aufgehoert? Ostern glaube ich....Also�

Was zuletzt passiert ist ;-)
Raju, Umesh und Aktarali sind nach fast 3 Monaten endlich zurueckgekommen. Die Jungs die Anfang Januar abgehauen sind........Was sie alles durchgemacht haben, wo sie
ueberall waren, die Geschichten wuerden den Rahmen sprengen.....Wir sind einfach nur froh, dass sie wieder hier sind....
Fuer unsere grossen Jungs haben sich nun
auch wieder ganz neue Moeglichkeiten
ergeben....Eine grosse Firma moechte sie ausbilden, foerdert technische Ausbildung und Englischkurse....Wenn unsere Jungs es durchhalten bekommen sie also eine gute Chance auf dem Arbeitsmarkt....
Ein sehr lustiger Tag war auch hier in Indien der 1.April....Wir waren selbst ueberrascht dass auch hier Aprilscherze bekannt sind, umso lustiger und verwirrender
war es dann. Unsere Fathers machten sich einen Spass daraus uns einen Streich zu spielen, wir schafften es aber den Spiess umzudrehen ;-) Dann raechten wir uns an unseren Jungs, schlichen uns nachts in die Schlafsaele und malten sie einfach an....

Den naechsten Tag wurden wir
dafuer einige Male ueberfallen ;-)
Die letzten 3 Wochen im April verbrachten wir dann damit die Saele und
die Outsidewall zu streichen........So viel Arbeit.......Aber es ist ganz nett
geworden....
Ansonsten gibt es einige Erfolge in den
nicht ganz so einfachen Englishclasses, denn gerade in den Ferien hat natuerlich niemand Lust zu lernen, dennoch haben schon viele Kinder das ABC, Farben, Tiere, Tage gelernt und auch einige "Standartsaetze" von uns mit aufgeschnappt.... Nachmittags habe ich nun eine Hobbyclass in der gebastelt, gemalt usw. wird.....
Ausserdem organisierten wir einige Ausfluege fuer alle Kinder in die Umgebung in den Zoo, in einen Park mit Pool.... Wir lernten einige Auslaender, u.a. Eine Deutsche, Canadierin, Schwedin kennen, welche in Baroda leben und sich sehr fuer das Snehalaya interessieren. Sie organisierten einen "Charityball". Mit dem Erloes konnte ein Ausflug in den Waterpark, in die Gandhistadt Ahmedabad finanziert werden. Ausserdem uebernimmt eine grosse Firma die Kosten fuer einen Arzt welcher nun regelmaessige Untersuchungen durchfuehrt.
Abends organisierten wir einige "Nightspecials"....... einfache Fussball, Volleyballturniere, Spiderfootball mit Flutlicht.......oder spezielle Aktionen mit Schminken, Verkleiden usw....Ein Hoehepunkt war wohl auch die "Mime and Beat- Competition"......Eine Art Playbackshow..........Jedes Team musste eine Band stellen, welche dann zu einem ausgewaehlten Song eine Buehnenshow mit Luftgitarre usw. Darstellte....Natuerlich mit den richtigen Kostuemen usw. Auch wir stellten eine Band, Anne als Hippie, Franzi als Schmusesaenger und ich als Punk ;-)
VILLAGEMARRIAGE
Ein absoluter Kulturhoehepunkt war fuer uns die Einladung auf eine echte Dorfhochzeit. Es war einfach so faszinierend, Indien pur. Als waere man in eine "Welt-der-Wunder- Reportage" gebeamt worden.......So viele Eindruecke, kaum alles aufnehmbar. Wir wohnten ein Wochenende bei einer Familie in einer Huette. Wir halfen ueber offenem Feuer Essen zuzubereiten, wir holten Wasser vom Brunnen. Die atemberaubende Landschaft, die Tiere, die Kinder...Niemand konnte viel Englisch und trotzem verstanden wir uns so gut und die Gastfreundschaft war ueberwaeltigend. Wir wuschen uns hinter einer Strohmatte mit Eimern (die Kinder hatten ihren Spass uns dabei zuzuschauen  ;-)  )


Wir tanzten im Hochzeitszug mit, der zu einem Baum fuehrte welcher spaeter verehrt wurde, die Braut fuhr auf einem Ochsenkarren hinterher. Vor dem Baum zelebrierten die Maenner ein Ritual, die Braut tanzte auf den Schultern des Vaters und der Brueder. Die Hitze war unertraeglich, der Braeutigam bekam seine Feier in seinem Dorf. Dann der wunderschoene Sonnenuntergang. Danach war es ohne Elektrizitaet auch wirklich dunkel. ;-) Das ganze Dorf versammelte sich zum Essen, die gesamte Hochzeit ging vier Tage mit hunderten Ritualen.....Die Braut sass verschleiert vor einem kleinen Tisch, die Leute brachten ihr und den Eltern Geschenke. Ringsherum sassen circa 100Frauen welche traurige Lieder sungen...Das ganze war eher eine Trauerzeremonie, die Braut weinte den ganzen Tag lauthals....Nach der Hochzeit geht sie quasi in das Eigentum der Familie des Ehemannes, welchen sie erst ein Mal vor der Hochzeit sah, ueber. In das Haus ihrer Eltern wird sie wohl selten zurueck kehren. Ihr Zukunftsplan ist vorgegeben: Kinder, Mann und Haushalt pflegen. Sie ist 17, genau wie ihr Braeutigam. Wieder dieses Unbegreifliche, doch Traditionelle. Ich waer am liebsten zu ihr gegangen, haette gesagt: " wein doch nicht, zieh in eine andere Stadt, mach eine Ausbildung und such dir einen Mann den du liebst". Welten prallen aufeinander.
Wenigstens konnten wir sie fuer einen kurzen Augenblick aufmuntern: Als wir ihr in einem Ritual das Geschenk ueberreichen wollten musste sie ploetzlich anfangen zu lachen, die Frauen stoppten ploetzlich mit ihrem Leidensgesang und fingen auch an zu lachen....Drei weisse Maedels im tiefen Indien
;-)
Am naechsten morgen kam dann der Braeutigam aus seinem Dorf, man mag es glauben oder nicht: auf einem Pferd angeritten, musste einige Rituale ueber sich ergehen lassen, bis er seine Braut dann mitnahm. Wir tranken noch ein Schluck Kokusnussbier, verschenkten unsere Saris und Schmuck an Frauen....Unser "Gastvater" schenkte uns dreien noch selbstgeflochtene
Koerbe....zurueck in den Jeep, stundenlang durch Feld und Wiesen gefahren und ploetzlich war ich wieder zurueck gebeamt. Wahnsinn.


Ein paar Tage spaeter folgten wir der Einladung eines Fathers, welcher uns in Bombay Aids- und Slumprojekte vorstellte. So interessante Projekte, die Zahlen zur Aidsinfektion sind auch in Indien erschreckend. Die Zusammenarbeit mit Prostituierten, Selbsthilfegruppen, medizinische Versorgung, Eingliederung in die Gesellschaft, Aufklaerung. Interessante Erfolge, Schicksale und Vorgenhensweisen. Staatliche Schritte gegen "Verstümmelung" usw....
Wer mehr Interesse an der Problematik hat, bitte melden
;-)


Die letzten 2 Wochen waren wir dann damit beschaeftigt ein Zirkusprogramm mit den Kindern fuer die Hochzeit von John, einem Angestellten und Freund einzustudieren...Die Proben liefen wirklich super, mit Clowns, Seiltaenzern, Gewichthebern, Artisten usw. Es war so lustig..........Zur Hochzeit war uns dann eher zum Weinen zu Mute: Es ging alles schief was schief laufen konnte.... Die Musik konnte nicht abgespielt werden, was alle Kinder total irritierte und auch ein wenig den Schwung nahm. Luftballoons platzten an der falschen Stelle, Wind riss das Tuch vom Zauberer weg sodass der Trick verraten wurde, Kinder vergassen ihre Requisiten oder trauten sich ploetzlich nicht mehr auf die Buehne usw. Zu guter letzt fiel noch der letzte Mann der Abschlusspyramide von der Buehne....Achja......Aber vielleicht haben wir die Chance es noch einmal aufzufuehren.
Ansonsten sind die christlichen Hochzeiten hier ja relativ normal. Gut, es kommen
halt so ungefaehr 500 Leute zum Essen und verschwinden dann auch recht schnell wieder, dass Brautpaar sitzt die ganze Zeit auf der Buehne und nimmt Glueckwuensche entgegen.......und die Party ist gegen 22Uhr zu Ende und findet ohne Alkohol statt, Gesetz. Aber zumindest die Zeremonie in der Kirche ist recht aehnlich ;-) Wir nutzten die Gelegenheit uns mal wieder traditionell im Sari und mit neuen Mahendiverzierungen zu zeigen um ein wenig indisch auszusehen ;-)
Auch Johns Jungesellenabschied war recht lustig, besonders weil es Tradition ist auf den Koepfen des Braeutigams und des Trauzeugens Eier zu zerdeppern
;-)

Diese Woche mussten wir nun auch schon die ersten schmerzlichen Abschiede hinter uns bringen! Father Stanny wird in ein anderes Projekt versetzt. Er begleitete uns das ganze Jahr ueber, half wo er nur konnte, nahm uns ein bisschen als seine Schuetzlinge an. Durch seine durchaus lustige Art hatten wir auch immer eine Menge Spass am Tisch, im Kino, bei Ausfluegen, bei der Arbeit....
;-)

Letzten Montag brach Fakru auf um seine Familie zu suchen. Er ist 17 Jahre alt, hat hier im Snehalaya mitgeholfen und gelebt, wir waren also jeden Tag mit ihm zusammen....Wir sind richtige Freunde geworden, trotz seines Schicksals, oder vielleicht gerade deswegen ist er ein so faszinierender Junge.... Clever, talentiert, hoeflich und verdammt witzig
;-) Er verlor mit 11 Jahren seinen Grossvater mit dem er unterwegs war auf einem Bahnhof. Dadurch kam er ins Snehalaya, konnte sich jedoch kaum an seine Heimat errinnern, da es eine Art "Normadenfamilie" war... Jetzt nach 6 Jahren bricht er auf um seine Familie zu suchen. Die 3tagesfahrt hat er nun bald hinter sich und wir fiebern mit. Dennoch, ob er seine Familie finden wird oder nicht, ein Happy End wird es wohl kaum geben....
Letzte Woche hatten zwei unserer grossen Jungs einen schweren Unfall. Mukesh wurde vom Auto angefahren, die Raeder rollten ueber sein Bein. Es sieht schlecht aus, aber die Aerzte versuchen alles um das Bein zu retten.

MUSICAL
Eigentlich dachten wir, es wuerde nun endlich mal ein wenig ruhiger werden, nix da. Brother Charles welcher fuer 2 Monate im Snehalaya half und sehr musikalisch ist wurde von Fr. Roger dazu verdonnert ein Musical mit unseren Kindern aufzufuehren. ;-)Dieser komponierte also alle Lieder und dachte sich das Stueck selbst aus....Letztes Wochenende fingen dann langsam die Proben an, naechsten Sonntag ist die Aufuehrung. Ueber 1000 Flyer und Einladungen wurden verteilt. Keine Ahnung wie wir es schaffen sollen, sind nun aber am Taenze einstudieren, Buehnenbild gestalten usw.... Wir werden sehen, in Indien ist ja nichts unmoeglich
;-) Die Proben laufen bis spaet in die Nacht....

Das wars nun aber auch wirklich. Wir bekommen langsam ein mulmiges Gefuehl, immerhin bleiben uns jetzt nur noch 2 Monate. Gerade jetzt wenn man mit den Kindern, der Kultur usw. So vertraut ist....

Bis Bald!!

Anna

P.S. der Bericht ist nun schon ein wenig veraltet....NEWS: Das Musical gestern abend lief super, es war einfach wunderschoen, schade dass es nur ein Auffuehrung gibt....
Fakru hat wirklich seine Familie gefunden!! Eine richtige Vater-Sohn- Geschichte, unglaubliche Szenen, er wurde freudig aufgenommen, bleibt nun noch eine Woche dort bevor er zurueckkommt.

Dienstag, 1. April 2008

Es geht dem Ende zu...............

............doch daran will ich einfach noch nicht denken.....

Okay, Okay fang ich mal bei unseren letzten Ausfluegen an:

Annes und Franzis letzte Stationen auf der Rundreise waeren Jaisalmer und Jodhpur. Die letzten Stunden der Busfahrt fuhren wir einfach nur durch die Wueste und ploetzlich steht eine komplette Stadt mit einer Burg aus Sandstein vor mir, mitten aus dem Nichts.

Eine wundervolle Stadt mit einem beeindruckenden Fort und vielen kleinen Gaesschen und den freundlichsten Menschen die ich bisher in Indien traf. Nach einem Stadtbummel machten wir uns auf zu einer ziemlich verrueckten Sache: Kamelsafari! Diese zwei Tage waren einfach nur so witzig und wunderschoen. Wir hatten unsere eigenen Kameltreiber, welche sich um superleckeres Lagerfeueressen und -Singen kuemmerten ;-) Wir ritten also 1, 5 Tage durch die Wueste.... eine unendliche Weite, zwischendurch Doerfer, Hirten....beeindruckende Postkartenfotomotive ;-) Doch auch ueberall bettelnde Kinder in den Doerfern, die Armut hier ist wirklich unbeschreiblich. Einem Maedchen gab ich meine Haarspange, sie rannte dann schnell nach Hause um mir einen einfachen Gummi zu bringen, damit ich meine Haare auch noch zusammen halten koennte….so suess.

Am Abend suchten wir uns die schoenste Duene um unser Nachtlager aufzuschlagen. Ein atemberaubender Sonnenuntergang..... Die Stille der Wueste, der Gesang der Kameltreiber am Lagerfeuer und dann die Uebernachtung unter dem schoensten Sternenhimmel den ich je sah. Am naechsten Morgen wurden wir dann mit einer Tasse Chai und dem ebenso schoenen Sonnenaufgang geweckt. Danach hiess es wieder reiten, reiten, reiten....

Am naechsten Tag ging es weiter nach Jodhpur. Auch dort steht ein wunderschoenes Fort, die Geschichte Indiens mit all ihren Maharadschas usw. Ist wirklich so vielfaeltig und interessant. Schaut man vom Jodhpur Fort hinab sieht man eine blauangestrichene Stadt.


neuste Bilder ...










Snehalaya

Die letzten Wochen war unser Krankenzimmer immer ueberfuellt............Windpocken. Und die sind hier wirklich heftig, zumal die Kinder zuvor keine Schutzimpfung bekamen. Bei einem Jungen wurde nun Tuberkulose festgestellt, schlimm ihn so leiden zu sehen.

Ende Februar fuhr ich mit einigen Jungs zu einem Scoutcamp........Ohoho, unsere Pfadfinder haetten wohl eine Krise bekommen ;-) Viel mit Disziplin, Regeln einhalten usw. war da nicht..... Natuerlich hat es aber trotzdem Spass gemacht. Jedoch beim Gedanken an unsere Pfadfinder musste ich schon ein wenig schmunzeln...........das perfekte Beispiel fuer den Unterschied deutsch- indisch. Hihi.

Die heissesten zwei Monate beginnen nun. Es wird von Tag zu Tag schlimmer . Im April/ Mai wird das Thermometer nicht selten ueber 45 Grad klettern. Nachdem die letzten Monate bei 25Grad wirklich angenehm waren, graust es uns davor schon ziemlich. Doch die Inder stellen sich darauf ein, im Timetable unserer Jungs sind nun auch 2 Stunden Mittagsschlaf drin, da Bewegung halt wirklich kaum moeglich ist. Nachts wird einfach auf dem Dach geschlafen, um den aufgeheizten Raeumen zu entgehen.

Scoutcamp













































Eiermalen













Osternester