Dienstag, 4. Dezember 2007

Snehalaya

Und nun noch ein paar Neuigkeiten zum Heim und unseren Jungs. Durch meine Berichte könnte man wahrscheinlich fast denken, dass wir hier ausser feiern nicht wirklich viel machen ;-) Aber der Alltag im Heim ist für uns halt normal und deshalb berichte ich darüber nicht so viel. Obwohl auch hier jeder Tag anders und voll schöner Erlebnisse und Erfahrungen ist.
Wir wollen nun jeden Sonntag ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen lassen und haben für die Kinder eine Art Adventskalender vorbereitet. Natürlich nicht für jeden Tag, da es ja teilweise über 90 Jungs sind und nicht alle immer da sind. So aber wenigstens jeden Sonntag. Am 1. Advent erzählten wir über die Weihnachtszeit in Deutschland, über Menschen die in dem fernen Land gerade in dieser Zeit auch an sie denken.....Wir haben für jeden Jungen einen Drachen gekauft und die Freude war so unbeschreiblich groß!! Wir haben für diese 90 Drachen circa 12€ ausgegeben, mit so wenig Geld kann man so viel erreichen und Freude zaubern ;-) Am nächsten Sonntag wollen wir Handtücher verteilen, da es abends wenn die Jungs duschen nun doch schon relativ frisch ist.
Letzten Samstag sind unsere Jungs mal wieder zu einem Fussballturnier angetreten. Den abend davor gab es einige Tränen, weil sie Angst hatten wieder gehänselt zu werden, da sie keine Schuhe haben. Ich konnte mir zwar auch denken, dass sie einfach Schiss hatten, weil sie nun mal nicht so gut sind, aber naja ;-) Barfuss spielen ist ja wirklich gemein. Fuer 100 € bekommt man hier auch 20 Paar Schuhe, Strümpfe und Schienbeinschoner, haben wir von Spendengeldern bezahlt. Die Jungs waren so glücklich und nachdem wir Fanbanner gebastelt haben ging es zum Turnier, Ein Spiel haben sie sogar gewonnen!!
Was mich immer wieder schockt, bzw.was sehr erschreckend fuer mich ist, dass es fuer mich schon so normal ist, sind die Behinderungen mancher Jungs. Fehlende Ohren, Arme, Beine, manchmal kommt ein Junge welcher nur auf den Händen läuft, da er keine Beine mehr hat usw. Aber diese Jungs leben so gut mit ihren Behinderungen, in Europa wäre dieser Umgang mit den Krankheiten niemals denkbar. Stöcke als Prothesen, einfach irgendwie durchschlagen.
Am Donnerstag ist ja Nikolaus, wir wollen am Vorabend die Nikolausgeschichte erzählen und uns dann nachts in die Schlafräume schleichen und kleine Süssigkeiten unter die Kissen schieben ;-). Am Wochenende fahren wir nach Bombay, dort ist ein Kurs von DonBosco, welcher zeigen soll, wie man kleinen Kindern besser Englisch beibringt. Nächste Woche fahren fast alle Angestellten zu einem Meeting nach Goa, wir müssen uns also irgendwie durchschlagen. Weihnachten wird im Heim schon am 21. Dezember gefeiert, danach fahren wir nach Bombay ins Provincialhouse und hoffen dort ein wenig Weihnachtsstimmung abzubekommen ;-). Danach geht es ueber Sylvester nach Goa, wir treffen uns dort mit anderen Volontaeren aus ganz Indien.

Bis dahin eine wunderschoene, ruhige Adventszeit................Bei diesem Klima hier will einfach keine Winterstimmung aufkommen ;-)

Hochzeitsbilder












































































Hinduhochzeit

Letztes Wochenende waren wir zu einer Hinduhochzeit eingeladen. Die Tochter einer Lehrerin der DonBosco- Schule sollte verheiratet werden und wir waren eingeladen! Freitag fand eine HennaMahindy- Zeremonie statt. Dabei bemalen Frauen der Braut ihre Füsse, Hände und Arme wunderschön mit Farbe an. Am Samstag war dann eine Art Brautverabschiedung, wieder nur für Frauen. Dort sind wir eher spontan gelandet, deshalb auch unser nicht sehr passendes Outfit auf dem Photo. Alle Frauen saßen in einem großen Raum, auf der Bühne tanzte immer die Braut mit verschiedenen Frauen. Teilweise war das wiedermal sehr verrückt und natürlich konnten wir uns mal wieder nicht dagegen wehren auch zu tanzen ;-) Beim letzten Tanz, wuselten einige Frauen mit Geldscheinen um die Braut herum, ein Brauch damit das Ehepaar nie in Armut leben muss. Die Stimmung war gut und danach gab es noch leckeres Essen.
Die eigentliche Hochzeit fand dann am Sonntag statt. Zuerst hieß es dann mal wieder Saribinden und mit klobigem Schmuck behängen, zur Info: So ein Outfit wie wir es auf einem Foto anhaben, mit Schmuck und allem drum und dran kostet circa 15 €! Diese Stoffe hier sind echt so schön....
Das Hochzeitsgelaende war so pompös geschmückt, überall Blumen und Stoffe, Altäre eine riesige Bühne. 500 Gäste wurden erwartet. Der Bräutigam wurde in einem Auto vorgefahren, vor ihm eine Blaskapelle, die Familie tanzte im Zug, an den Seiten des Zuges Frauen welche Kronleuchter auf den Köpfen trugen. Als der Bräutigam auf das Festgelände kam wurde er mit einem Feuerwerk begrüßt und musste dann einige Riten seines Gurus über sich ergehen lassen. Und dann ging es zu dem riesigen, natürlich vegetarischen Buffet. Alles wurde vorort frisch zubereitet, von den Köchen persönlich serviert.
Die Braut kam dann später hinzu und das Paar platzierte sich auf der Bühne und nahm Geschenke und Glueckwünsche entgegen. Normalerweise müssen die Eltern der Braut den gesamten Hochzeitstag fasten, da der Brautvater aber verstorben ist mussten dies Onkel und Tante tun. Die eigentliche Trauungszeremonie fand dann um 23:20 statt. Diese Uhrzeit wird genau nach den Sternen berechnet.....Zuerst gibt es eine Sitzung nur fuer die Braut, dann eine Gurusitzung nur fuer den Mann und dann eine fuer beide zusammen. Insgesamt eine Menge Weihrauch, Sanskritgemurmel und Hokuspokus. Die ganze Zeremonie dauert bis in die frühen Morgenstunden, danach muss dass Paar 7mal durchs Feuer springen, dann sind sie verheiratet. Übrigens machen sich die Inder einen Spass daraus bei Hochzeiten den Bräutigamsschuh zu klauen und ihn dann zu versteigern, kennen wir doch irgendwoher..... ;-)

Dorfleben...































































Chota

Letzte Woche fuhren wir mit Father Stanny in ein kleines Dorf, welches er vor einigen Jahren betreut hat. Die Salesianer versuchen den Dorfbewohner beizubringen richtig zu wirtschaften, da sie sonst durch die Kreditpolitik der Regierung zu Grunde gehen würden. Trotz der zunehmenden Landflucht leben 90 Prozent der Inder in Dörfern, hier spielt sich wohl das wahre indische Leben ab. Das Dorf ist circa zwei Stunden von Baroda entfernt, erst eine Stunde auf dem "indischen Highway" (Mehr als 70 km/h sind da nicht drin ;-) ) und dann noch eine Stunde durch die Prärie auf einem Holperpfad, dafür aber mit unglaublich schöner Landschaft. Den ersten Stopp machten wir an einer Kultstätte.....keine Ahnung welche Götter da alles verehrt werden, auf jeden Fall standen dort Tausende von Tontieren, in den Baumwipfeln darüber hingen hunderte von Fledermäusen! Hier trafen wir auch einen Einheimischen, welcher uns den Rest der Fahrt begleitete und uns sein Dorf zeigen wollte. Den ganzen Weg durch das Dorf wurden wir von neugierigen Kindern vefolgt...;-) Wir konnten einige Familien und deren Häuser besuchen. Wohnraum, Küche und Stall, alles ein einziger riesiger Raum. Kuehe, Ziegen, Kinder ;-) überall. Die Frauen kochen über offenen Feuerstellen, Die Waende sind mit Goetzenmalereien verziert. Ein Mann drückte uns Pfeil und Bogen in die Hand, welches wirklich noch benutzt wird und ein paar Frauen kleideten uns in deren traditionelle Gewänder. Am Anfang haben sich einige Frauen noch vor uns versteckt, dann wurden sie zutraulicher.....;-) Gegen sechs Uhr wurde es schlagartig kalt und dunkel, wir ertasteten uns den Rückweg zum Jeep. Das Nationaltier Indiens ist übrigens der Tiger ;-). Wiedermal alles Eindrücke, die in Worten einfach nicht widerzugeben sind....Die Armut auf dem Dorf ist allerdings nicht zu vergleichen mit der Armut in der Stadt. Die Menschen im Dorf arbeiten sehr hart, kennen es nicht anders, haben aber die Natur, Platz und das Notwendigste. Sie leben ein einfaches Leben. Allerdings gibt es auch im Dorf Monate, in denen es sehr hart ist und das Leben eher zum Überlebenskampf wird. Die Leute fliehen vom Dorf in die Stadt, weil sie sich dort ein besseres Leben erhoffen. Es gibt für diese Menschen aber keine Arbeit und kein Platz in der Stadt, das Leben ist für sie dann eher ein Dahinvegetieren, kein Sinn, kein Platz, Armut, Keine Nahrung, kein Dach, Vertreibung.......

Samstag, 24. November 2007

Neuigkeiten



















(...vier Weltreligionen...)




Das "Diwali Mela" ist nun auch schon wieder einige Zeit her. Es war ein wunderschoenes, grosses Fest fuer alle Strassenkinder der Stadt und Unterstuetzer des Snehalaya. Schon Wochen vorher steckten wir in den Vorbereitungen, die Kinder stellten ein tolles Programm auf die Beine, wir haben den "Happy-Diwalitanz" mit den Jungs einstudiert und alles hat super geklappt. Wir haben Banner gemalt, Spiele vorbereitet, die ganzen Buden und die Buehne mussten aufgebaut und geschmueckt werden.... Das Programm ist, mit einigen witzigen Zwischenfaellen super gelaufen und die Jungs und wir ;-) waren wirklich stolz. Alle weiblichen Angestellten (mit uns also 5) trugen den gleichen Sari (das traditionelle indische Gewand), welchen wir genau einen Tag vorher kauften und dann noch zum Schneider bringen mussten, da dass Oberteil immer massgeschneidert ist..... aber wir haben alles noch rechtzeitig bekommen, das Sari-binden dauerte fuer jeden mit Hilfe ungefaehr eine halbe Stunde.....wie es aussah seht ihr ja auf den Fotos ;-) Spaeter haben wir dann noch mit unseren Jungs getanzt.....Es ist immer wieder so beeindruckend wie sie sich bewegen koennen, wir haben getanzt und getanzt, keine Ahnung wieviele Stunden, soviel Spass pur.........Irgendwann kamen dann noch welche auf die glorreiche Idee von oben Wasser auf die Tanzflaeche zu kippen, als Erfrischung.......auch hier lass ich mal lieber die Fotos sprechen! ;-)



Diwaliprogramm












































































(wir im Sari....)









































(die Erfrischung kam von oben ;-)


Vorige Woche war die Verlobung von einem Angestellten und wir waren eingeladen. Zuerst gingen wir in das Haus der Braut, dort durften nur Frauen mit hinein, die Maenner spaehten durch die Tuer ;-) und es wurde ein kleiner Wortgottesdienst abgehalten. Die Zeremonie war dann aber schon fast wie bei einer richtigen Hochzeit, mit Ringtausch und der Treue vor Gott schwoeren. Er ist uebrigens 19, Sie ist 17! Normales, heiratsfaehiges Alter in Indien! Wir werden auch andauernd gefragt wie denn unsere Maenner heissen, wenn wir dann sagen, dass wir nicht verheiratet sind stossen wir meistens auf grosse Verwunderung! ;-) Das Verlobungspaar beruehrt nach der Zeremonie die Fuesse der Menschen, von denen sie gesegnet werden moechten......Diese legen dann ihre Hand auf..........Danach wurde kraeftig gefeiert!



























Vorgestern hatte Monty Geburtstag, er ist eigentlich der "Obertaenzer", welcher mit den groesseren Jungs immer das Tanztraining macht.....Diesmal wollten ihm die Jungs eine Ueberraschung bereiten und sie fragten uns, ob wir nicht Lust haetten mit ihnen was europaeisches zu tanzen! Schon die Proben waren zum Kaputtlachen und auch der Auftritt war so lustig......Suess ist auch immer die Reaktion unserer Jungs wenn wir uns mal ein bisschen huebsch machen.....Sie kramen dann alle englischen Schmeichelwoerter aus die sie mal aufgeschnappt haben und lassen sich irgendwelche Tricks einfallen, damit wir auch ja hier bleiben. Zum Beispiel haben manchmal Kinder unsere Reisepaesse haben wollen, zuerst haben wir gar nicht gecheckt was die Kinder von uns wollten, bis uns mal jemand erklaerte, dass wir, wenn wir keinen Reisepass mehr haben ja auch nicht wieder nach Hause fliegen koennen!! ;-) Ueberhaupt haben wir wirklich soviel Spass mit diesen frechen, lieben Jungs, soviele schoene Situationen, jeder Junge fuer sich ist einfach der Knueller. Deshalb sind wir auch wirklich den ganzen Tag mit ihnen zusammen, zum spielen, quatschen, oder auch einfach nur im Krankenzimmer Haendchen halten.....Es ist auch so ein wunderschoenes Gefuehl zu spueren, wie sie immer mehr Vertrauen zu uns gewinnen. Umso schlimmer wird dann wohl der Abschied, aber daran ist noch nicht zu denken.




























(nun waren wir einmal an der Reihe...)









Kissan ist wieder da! Eines Nachmittags stand er plötzlich wieder vor uns.....er war verletzt und super verstoert, er erzaehlte etwas von Kaempfen und boesen Menschen. Teilweise ist es aber auch so schwierig mit den Kindern dann richtig umzugehen. Sie bekommen keinerlei psychologische Betreuung. Einige nehmen es dann auch uns gegenueber als Druckmittel, sie sagen, dass sie wieder zurueck zur Station gehen, damit sie mehr Aufmerksamkeit bekommen etc. Sehr schwierige Situationen....


Gestern hatten wir Besuch von "Don-Bosco-Mission" aus Deutschland, Projektbesuch. Auch hier waren wir mal wieder fuer das Programm zustaendig...........mit den Kleinsten haben wir den " Ententanz" einstudiert. ;-)


Bei uns ist es tagsueber nun um die 27 Grad, nachts recht kuehl, um die 15 Grad. Also wirklich angenehm, nur ist es jetzt schon so, dass wir uns so sehr an die Hitze gewoehnt haben, dass uns bei 25 Grad nur im T-Shirt und langer Hose recht frisch ist! Die Jungs haben gestern Wollpullover bekommen! ;-)

Unsere Theatergruppe laeuft noch ziemlich chaotisch, bin ja gespannt ob wir es schaffen bis Weihnachten!

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Nun mal zu einem anderen Thema.....ich habe nun schon viele Anfragen bekommen, ob Spendengelder gebraucht werden. Also, erst einmal zur finanziellen Lage des Heimes. Es wurde erst Anfang diesen Jahres eingeweiht, Don Bosco Deutschland/ Bonn hat den Bau des Heimes finanziert und sicherte die Traegerschaft fuer ein weiteres Jahr zu. Dieses eine Jahr ist nun bald vorbei und es muessen private Spender gesucht werden, damit die Essens-, Wasserversorgung, Instandhaltung weiter gesichert werden kann. Die Kinder haben hier wirklich keinerlei Luxus, bis vor kurzen schliefen sie noch auf duennen Decken auf dem Boden, nun haben sie wenigstens etwas dickere Matten gesponsort bekommen. Die werden am abend dann einfach ausgerollt. Das Essen ist sehr einseitig, macht aber satt. Die Kinder haben hier also alles Lebensnotwendige, aber nicht viel mehr. Am Anfang wurde noch darauf geachtet, dass es regelmaessig mal Obst gibt, dies wurde aber zu teuer. Hier waere eine finanzielle Unterstuetzung auch sehr hilfreich. Wir wuerden auch gerne mehr Sportgeraete besorgen, evtl. was zu einem neuen Computer fuer die Jungs zusteuern ( wirklich wichtig, denn auch in Indien kommt man ohne Computerkenntnisse kaum noch weiter!), das Haus wohnlicher gestalten (Farbe muss an die Waende! ;-) ) und vielleicht auch eine schoene, praktische Kleinigkeit fuer jeden Jungen fuer Weihnachten zu besorgen.....WIr koennen hier halt auch wirklich versichern, dass das Geld, auch welches den normalen Fortgang des Heims betrifft wirklich 100% den Kindern zu Gute kommt. Wenn jemand Interesse haben sollte oder noch mehr Informationen will, ist es am Besten mir noch einmal eine email zu schreiben......
Nun faengt gleich ein Cricketturnier bei uns im Heim an auf welches sich die Jungs schon so lange freuen! Die Kleineren sind teilweise in den Ferien um fuenf fuers Training aufgestanden, damit sie eine Chance auf den Sieg gegen die Aelteren haben!



Also, Ich sende liebe Gruesse und Sonnenstrahlen in das kalte Deutschland!















(Impressionen)

Samstag, 17. November 2007

Post in Indien


Ich bin so sauer auf die indische Post. Aber zuerst das Positive: Oft brauchen Briefe oder Pakete von Deutschland nach Indien nur 4-6 Tage. Das Problem ist nur, dass Vieles ueberhaupt nicht ankommt! Und dass ist so aergerlich wenn man sich sehr auf Sachen freut und die dann einfach nicht ankommen, die Absender sind bestimmt genauso veraergert! Ich habe auch noch kein System entdeckt was ankommt und was nicht………..Teilweise wurden aus Paketen dann auch Dinge rausgenommen, am liebsten Schokolade, bei Franzi zum Beispiel auch Unterwaesche ;-)

Wir erzaehlten es Father Roger und er setzte gleich einen bitterboesen Brief an die Post auf. Den gaben wir dann auch gemeinsam im Postoffice ab. Als wir dort drin waren hat es mich aber auch nicht mehr so sehr gewundert, dass Einiges verloren geht. Auch in oeffentlichen Aemtern haben die Inder es nicht so sehr mit der Ordnung ;-) Auf jeden Fall haben wir dort mit dem Postmaster geredet, der das natuerlich ganz schrecklich fand, dass unsere Briefe nicht ankommen. Doch zustaendig ist er dafuer natuerlich nicht, wir sollen uns an das naechstgroessere Postoffice in Ahmedabad wenden…………Dorthin haben wir nun auch einen Brief geschrieben, per Einschreiben ;-) Wahrscheinlich werden die uns dann nach Delhi schicken und ich wette dort wird man alles auf die deutsche Post schieben un die behaupten bestimmt, dass die Briefe gar nicht abgeschickt wurden ;-) Naja, das Gute daran ist, dass die Post nun weiss, dass wir hinterher sind………….Vielleicht kommt wenigstens ab jetzt alles an. Wer immer noch Lust hat mir was zu schicken, muesste folgendes beachten: unbedingt die vollstendige Adresse draufschreiben und `India` nicht vergessen. Briefe oder Paeckchen am Besten so verschliessen, dass sie wiederverschliessbar sind, vielleicht mit Paketklammern. Dann koennen sich die Postbeamten naemlich rausnehmen was sie wollen und den Rest trotzdem weiter schicken……Und am allerallerbesten ist es Briefe vorher zu kopieren und andere Sachen zu fotografieren, damit es nicht ganz verloren geht…………

So, super………….nun habe ichs wohl geschafft, dass mir niemand mehr was schicken will, hihi. Aber 70% Prozent der Briefe kamen ja an………….hehe.

Liebste, sonnigste Gruesse !!

Donnerstag, 8. November 2007

Neues aus Indien















( Rikshafahrt, immer ein Erlebnis)


"Heimleben"

Wir haben uns nun schon so gut eingelebt im Snehalaya. Uns geht es hier wirklich gut und wir haben eine ganze Menge zu tun. Zur Zeit stecken wir in den Vorbereitungen für das "Diwali Mela" bei uns im Heim. Es wird ein Fest für alle Straßenkinder Barodas, wir rechnen mit ungefähr 1000 Kindern, dazu aber mehr wenn es vorbei ist! ;-) Meine Englischstunden laufen gut, aber man braucht halt Geduld. Das Schlimmste dabei ist, dass im Englischen viele Wörter ja ganz anders geschrieben werden als sie gesprochen werden.........Fast jeden Tag stehen wir um 7 auf und vor 23 Uhr kommen wir selten ins Bett. Dass Verhältnis zu unseren Jungs ist super gut und intensiviert sich von Tag zu Tag. Oft spielen wir einfach nur ausgelassen miteinander, die Kinder können ihre Probleme kurz vergessen. Einige der Angestellten meinen, dass es auch so gut ist, dass mal Mädchen im Heim sind, da Frauen doch noch anders mit den Jungs umgehen und es fast nur männliche Angestellte gibt. Deshalb werden wir ja auch "Diddis- Schwestern" genannt ;-) Die Jungs fangen immer öfter an uns ihre Geschichten zu erzählen und sie kommen zu uns wenn es ihnen nicht gut geht. Unglaubliche und so ungerechte Schicksale. Vergewaltigungen. Familienfehde. Einfach in den Zug gesetzt. Schläge, Drogen..........Alles Unheil auf diesen kleinen Menschlein. Unvorstellbar und nicht Verarbeitbar.
Vor zwei Wochen kamen wieder einige neue Jungs, dann hieß es erst einmal Haare und Nägel schneiden, Duschen, Entlausen..........;-) Aber sie haben sich schnell eingewöhnt.
Unsere Theatergruppe probt für Weihnachten "Rudolph the Rednosed Reindeer", bin gespannt ob wir es bis Weihnachten schaffen.........
Vor ein paar Tagen haben wir einige ältere Jungs verabschiedet, Sie wohnen nun allein, in der Nähe einer Fabrik in der sie arbeiten können. Ein reicher Mann hat sie eingestellt, welcher das Snehalaya auch unterstützt. Er gibt ihnen eine gute Ausbildung und damit auch Chancen auf einen guten Job. Einige werden demnächst eventuell nach Südafrika und Dubai gehen um dort zu arbeiten. Diese Jungs hinterlassen jedoch ein großes Loch hier, weil sie teilweise in unserem Alter waren und wir so viel Spaß zusammen hatten, sie Englisch konnten und auch zusätzlich mit auf die Kleinen aufpassten...........
Zurzeit haben die Jungs Ferien, Diwaliholidays. Sie hatten letzte Woche ihre Examen und nun beginnt in Gujarat das Fest des Lichtes. Am 10. November beginnt nach dem Hindukalender nämlich das neue Jahr, Diwali ist also eine Art tagelanges Sylvester, ein Fest bei dem das Licht die Dunkelheit besiegen soll. Überall bunte Lichter, Raketen, Lichterketten.......
Vor unserem Heim springen übrigens Affen und Streifenhörnchen herum, Father Roger erledigte vor ein paar Tagen eine giftige Schlange, groß wie aus dem Tierpark............;-)
Am 2. November wurde hier Allerseelen gefeiert........Eine Messe auf dem Friedhof, die Gräber waren so bunt mit Blüten geschmückt und hunderten Kerzen und Räucherstäbchen darauf..........das gleiche Fest wie in Deutschland, aber eine ganz andere Atmosphäre......
Und Inder färben sich ja so gern die Haare orange........Pumuckl, überall....;-)
Heute war Father Rogers Geburtstag. Wir studierten mit ein Paar Jungs einen so witzigen Tanz ein, jeder stellte einen Angestellten dar (die übrigens alle so nett und witzig sind ;-) .........es war so lustig, alle haben sich gekugelt vor Lachen und wir waren richtig stolz auf unsere Jungs und bisschen auch auf uns, dass wir das mit diesem Wuselhaufen geschafft haben ;-)

Aber auch sehr schlimme, entsetzliche Neuigkeiten gab es in den letzten Tagen. Der kleine Salman ist nicht mehr da. Er war nur ein paar Wochen hier und wir konnten so gut beobachten wie er aufblühte. Zwischendurch war er eine Nacht weg, kam wieder, mit Drogen zugepumpt. Und das mit 8 Jahren. Seit letzter Woche ist er nun nicht mehr aufgetaucht.
Kissan ist seit heute verschwunden, auch er kam mir hier eigentlich glücklich vor, hatte nur einige Probleme mit älteren Jungs. Father Roger meint er ist mit ein paar fremden Jungs zurück zur Station (Bahnhof) gegangen, mit denen die ihn früher missbrauchten.


So, nun ist aber Schluss. Aber wenn ich einmal anfange zu schreiben, wird es meistens ein halber Roman, Sorry! Und dabei könnt ich noch viel mehr erzählen ;-)
Ich hoffe zu Hause ist alles ok und alle sind gesund...............Und ich wünsche natürlich einen tollen Faschingssaisonstart! Ohoh, trotz allen Festivals hier, dass werde ich trotzdem vermissen ;-)
Also, die allerliebsten Grüße

Anna





Bombay















Slums ......
















auf der Straße in Bombay...
















das Straßenkinderfest

















"Tor Indiens"

















Eindrücke von Bombay .....











































Schlafwagen:




















Letztes Wochenende waren wir in Bombay. 5 Stunden Fahrt im Nachtzug. Den ersten Tag machten wir eine 10 stündige Sightseeingtour. Bombay ist mit Baroda kaum zu vergleichen. Wohl nirgendwo sind die Unterschiede zwischen arm und reich so riesig!! Auf der einen Seite eine Wahnsinns-Großstadt, mit Wolkenkratzern, allen erdenklichen Hightech- Kram, Viele Weisse, alles sehr international..........Auf der anderen Seite eines der größten Slums der Welt. Eigentlich waren wir dort für ein Straßenkinderfest von Don Bosco mit über 3000 Kindern, welche aber noch wirklich auf der Strasse und nicht in Heimen wohnen. Es gab ganz viele verschiedene Stände, ein tolles Programm........Nur leider konnten wir davon nicht viel mitbekommen, weil diese Kinder uns gegenüber teilweise vollkommen verrückt wurden, sodass uns die Security bat zu gehen, damit nix Schlimmeres passiert. Am frühen Abend wollten wir es nocheinmal versuchen, doch plötzlich ist es richtig ausgeartet, ältere Jungs sind richtig handgreiflich geworden.........sodass wir echt wegrennen mussten. Ab jetzt werde ich mich wohl täglich mit Selbstbraeuner einschmieren, denn all sowas nervt ganz schön. In Indien gibt es übrigens statt Solarien Bleichbänke und Photos lassen Frauen oft bearbeiten, damit sie heller aussehen!
In Bombay haben wir uns dann noch Henna malen lassen..........das sind Verzierungen die indische Frauen an Händen und Füßen tragen, wie Tatoos die circa 1 Monat halten...........Sind wirklich sehr schön geworden. Sonntags war dann auch mal nett shoppen angesagt. ;-).......wowowow, was es hier alles für tolle schöne Sachen gibt! Und das Handeln haben wir nun auch langsam gelernt ;-)
Eigentlich wolten wir dann am Sonntagabend wieder nach Baroda fahren, sassen auch schon im Zug, bis dem Schaffner auffiel das unser Ticket erst für den daraufolgenden Tag war! Da der Zug ausgebucht war, mussten wir an der nächsten, halbe Stunde entfernten Station aussteigen und wieder zurück nach Bombay fahren............dass konnte natürlich mal wieder nur uns passieren ,-) Aber dafür hatten wir noch einen feinen Tag in Bombay. Vormittags besuchten wir eine Hightech-Ingenieurschule, ich glaube so was gibt es selbst in Deutschland selten! Wieder diese Gegensätze.........Wir waren auch im 4D Actionkino, danach sind wir durch die Slums nach Hause gefahren. Unglaublich.

Happy Birthday in India

Es gibt wieder viel zu erzählen.....
Viele haben mich gefragt wie man denn Geburtstag in Indien feiert und da ich es ja nun erlebt habe möchte ich es kurz erzählen: Also, John und Monty organisierten für mich eine kleine Geburtstagsparty zum "Reinfeiern", Punkt um 12 konnte ich damit das erste Mal die witzige indische Tradition miterleben, das jeder Gast das Geburtstagskind mit einem Stück Kuchen füttert. An sich halt einfach nur sehr kalorienreich, aber meistens landet nur ein Bruchteil des Kuchens wirklich im Mund.........;-) Auf jeden Fall war es ein wirklich schöner, witziger und unvergesslicher Abend. Am Tag danach gestalteten die Kinder ein Programm........Es war wirklich so schön, alle haben sich fein angezogen und eine extra Portion Kokosnussöl in die Haare geschmiert. Sie haben getanzt, gesungen und viele haben mir niedliche, sehr persönliche Geschenke gemacht. Auf vielen Bildern war ich als Monster o.ä. zusehen ;-), doch viele haben noch dazu geschrieben was wir ihnen bedeuten... Es war wirklich so rührend, ein unbeschreibliches Gefühl, denn die Jungs sind uns nun schon so sehr ans Herz gewachsen......
Am Abend kochten wir drei Mädels dann noch für die ganze Belegschaft- "German-evening"....Es gab Bratkartoffeln ;-) Und so ging mein 19. Geburtstag bei 37 Grad unter Palmen zu Ende.... ,-) Und Danke für all die lieben Grüße! Nur mit der indischen Post stehe ich im Moment sehr auf Kriegsfuss, einiges kommt hier einfach nicht an, aber ich warte geduldig und hoffe.....
Der Geburtstag für die Kinder wird einmal im Jahr für alle gemeinsam gefeiert, das liegt aber auch daran, dass viele von den Jungs gar nicht wissen an welchem Tag sie geboren wurden!



Mittwoch, 24. Oktober 2007

Die Inder und ihre Festivals ;-)

Vor zwei Wochen begann eines der unzähligen Festivals in Indien. Die Inder haben wirklich tausend Gründe um Feste zu feiern und das tun sie dann auch ausgiebig! Wir wollten natürlich nichts verpassen und machten uns auf zum Bazar um indische Festklamotten zu kaufen. Wir hatten natürlich keine Ahnung von Groessen, Preisen, Stil, aber wir bekamen Unterstützung von echten Inderinnen, welche uns dann auch auf das Fest begleiteten ;-) Navratri ist ein 9- tägiges Tanzfestival bei dem sich alle Frauen schmücken und sich mit ihren schönsten Gewändern kleiden, die Männer ihre traditionellen Kostüme mal wieder aus dem Schrank holen. Wir brauchten zwei Stunden um uns anzuziehen, weil sich drei Leute einfach nicht einigen konnten wie die Tücher nun am Besten gebunden werden..........hihi. Letzten Dienstag waren wir das erste Mal auf diesem Fest und wir waren so beeindruckt, das wir ein paar Minuten gar nicht sprechen konnten. Das Gelände ist ein großer, kreisförmiger Platz, in der Mitte eine Bühne mit Band. Vor dem Platz zogen wir die Schuhe aus, denn man tanzt barfuss auf dem weichen Sand. Als wir uns auf die Tanzfläche schoben, wurden wir sofort von einem Strudel erfasst, denn tausende Menschen tanzen immer weiter im großen Kreis. Und diese Farben!! All diese Gewänder, der Schmuck, die Musik...............wieder mal unbeschreiblich........Als wir den nächsten Morgen aufwachten fragten wir uns ob es ein Traum war oder Wirklichkeit.
Am Mittwoch waren wir dann auf einem Festplatz nur für Kinder mit unseren Jungs: 25 Jungs in einen Jeep und los ging’s................auch dort wieder diese unglaubliche Farbenvielfalt..........als wir ankamen konnten wir uns von Kindern die uns umringten, Händen, Kameras und Fragen nicht mehr retten. Naja, wahrscheinlich fanden uns die meisten einfach nur witzig, als Weiße in diesen Gewändern und neben tanzenden Inderinnen sehen wir ja aus wie steife Eisblöcke ;-) Wir hatten richtige Bodyguards, welche Unterstützung von unseren Jungs bekamen ;-) Trotzdem, ein komisches Gefühl. Wir wurden dann noch angesagt und bekamen die große Ehre an einem Hinduritual teilnehmen zu dürfen. Wir mussten uns vor einen Shivaaltar stellen, alle anderen standen um uns herum............dann mussten wir einen Teller mit einer Kerze circa zehn Minuten rumschwenken und noch einige andere Zeremonien über uns ergehen lassen, am Ende gab es mal wieder einen roten Punkt auf die Stirn und der Guru versprach immer für uns zu beten ;-) Navrartri war am Samstag vorbei, Sonntag war schon ein anderer Feiertag, keine Ahnung wie der hieß......ich seh hier nicht mehr durch, auf jeden Fall haben alle Leute ihre Arbeitsgeräte und Fahrzeuge sauber gemacht, mit Blumen behangen.............von Festen in Indien werde ich bestimmt noch viel berichten können. ;-)

Navrartri....





Samstag, 13. Oktober 2007

Mein kleines Reich....

Blick aus unserem Zimmer














meine Zimmerecke ;-)

Alltag.........!?

In den letzten Wochen haben wir uns richtig gut eingelebt in Indien. Wir haben nun einen vollen Tagesplan: Gestaltung der Hobbytime, eigene Englischklassen, Sporttraining, Hilfe beim Duschen der Kleinsten, Wäsche waschen.............nebenbei bekommen wir noch Hindiunterricht und das Ok für die Gestaltung der grauen Wände haben wir jetzt auch *jipieh* !!
Eigentlich haben wir somit also einen geregelten Tagesablauf, könnte man denken, :-) aber Alltag kann man es nun wirklich nicht nennen, denn hier passiert jeden Tag etwas Neues, Unerwartetes. Oft fallen Stunden aus, dafür müssen wir woanders wieder einspringen............Manchmal haben unsere lustigen Patres auch ganz spontane Ideen, z.B. gestern beim Frühstück hatten sie unbedingt Lust nachmittags mit uns ins Kino zu gehen.......Haben wir dann auch gemacht! War sehr witzig. Der Film war auf Hindi, ist aber gar nicht so schlimm gewesen, denn wir hatten ja drei Patresübersetzer dabei :-) In den nächsten Tagen wollen wir Saris kaufen gehen! Donnerstag startete nämlich ein 9-taegiges Fest in Baroda, bei welchem alle Frauen und Mädchen in ihren festlichen Saris tanzen....Das sieht so wunderschön und farbenfroh aus. Männer müssen Eintritt bezahlen wenn sie auf das Gelände wollen :-)
Letzte Woche haben wir das Mc Donalds in Baroda entdeckt: Der Chef kam uns nett fragen ob uns denn das Essen schmeckt (jaja.....die Hautfarbe) und ob wir nicht Lust hätten eine kleine Führung mit zu machen..........natürlich hatten wir Lust und so bekamen wir lustige Häubchen und wurden Zeugen, dass Mc Donalds sogar im hygienefreien Indien steril und sauber ist ;-). Hatten somit auch das Vergnügen im tiefsten Indien ein paar Minuten bei -20 Grad zu verbringen: im Kühlhaus in dem die vegetarischen Burger aufgehoben werden..........*hihi* Dieses Restaurant ist nun immer unser Zufluchtsort wenn uns der eigentlich sehr leckere Reis doch mal wieder zum Halse raushängt.......*hihi*
Letzte Woche hatten die Kinder einen Tag schulfrei (was hier öfter mal spontan passiert, entweder weil der Monsun so stark ist oder zur Verehrung irgendwelcher Götter........), diesmal zur Verehrung Gandhis. Ein Junge lies sich die Haare abscheren und drückte mir weiße Farbe in die Hand, so sollte ich ihm Haare, Schnurrbart und Brusthaare anmalen.............Er war die Hauptperson im Gandhit-Verehrungs-Theaterstueck :-)
Überhaupt bekommen wir nun immer mehr von der vielfältigen indischen Kultur mit.............Tradition, tief verwurzelt mit Religion, im Kampf gegen Moderne und Verwestlichung. Einerseits tragen über 90 % Prozent der Menschen traditionelle Gewänder, doch immer öfter sieht man besonders Jugendliche in westlicher Kleidung. Im Fernsehen laufen Serien, genau wie in Deutschland, Werbung, halbnackte Mädchen in Musikvideos, viele Weiße................auf der anderen Seite das Starren, Kopfschütteln wenn ein Mädchen mal Hosen trägt die nicht bis ganz über die Knöchel gehen.............Unser Internetcafebesitzer geht jede Stunde zu seinem kleinen Ganeshaaltar (hat jeder Laden, Haushalt hier, sehr kitschig :-) ) ........genauso normal wie die kleinen Altäre am Straßenrand zu denen Opfergaben gebracht werden..........
Jaja, die Inder..........die meisten die ich kennen gelernt habe sind sehr nett, witzig, hilfsbereit...........das Einzige was wir noch nicht ganz nachvollziehen können ist, dass sie wirklich kein Klopapier benutzen auf den lustigen Loch-Im-Boden-Toiletten...;-)....( wir haben hier eine Europäische, Puuh)..........
Nun zurück zu unserem Heim und meinen Aufgaben, die teilweise schon ziemliche Herausforderungen sind, aber trotzdem viel Spaß machen........So gebe ich nun einem Küchengehilfen ein bisschen Englischunterricht, er kann nur leider kein Wort Englisch und ist auch noch Hindi-Analphabet. So muss ich ihm versuchen mit Händen und Füßen ein bisschen Englisch beizubringen............Auch ist es nicht ganz so einfach 20 kleinen, frechen Jungs Englischuntericht zu geben oder Spiele, bzw. Bastelsachen beizubringen, ohne ihre Sprache zu beherrschen........Aber wir sind ja kreativ :-) In den letzen Stunden habe ich mit einigen Jungs Jonglierbälle aus Luftballons und Sand gebastelt..........nun bin ich dabei ihnen ein wenig jonglieren beizubringen...........nächste Woche starten wir mit einem Theaterstück für Weihnachten. Das Problem bei uns im Heim ist, dass nur circa 70% der Jungs immer hier sind, der Rest wechselt ständig. Das heißt einige Neue kommen her, andere verlassen das Heim und entscheiden sich wieder für das Leben auf der Strasse. Es nimmt einen schon ziemlich mit, wenn Jungs die man lieb gewonnen hat plötzlich nicht mehr da sind und man weiß, dass sie sich für ein so schreckliches, perspektivloses Leben entscheiden, ihre Chance die sie hatten aufgeben. Doch man kann sie ja nicht anketten! Man kann sich oft nicht vorstellen was diese kleinen Jungs für eine Vergangenheit hatten, ohne Familienleben, missbraucht...........niedliche, pfiffige schutzsuchende liebesbedürftige Kinder.

Einem Jungen muss ich nun mal schnell ein paar extra Zeilen widmen: Joseph. Er ist circa so alt wie ich und kam zu uns ins Heim, weil ein Anderes in dem er wohnte aufgelöst wurde. Die Kinder dieses Heims wurden also aufgeteilt, Freundschaften zerrissen......Joseph hat nur einen Arm, und an diesem auch nur zwei Finger. Trotzdem ist er so ein lebensfroher Typ, er strahlt meistens mit seinen weißen Zähnen, spielt Basketball, Tischtennis, Kricket (Inder sind so verrückt nach diesem Sport!), Volleyball so gut er kann, kümmert sich um die Kleineren......Er kann sehr gut Zeichnen und sein Traum ist es Designer zu werden. Man fragt sich oft, woher nimmt er seine Kraft, seinen Mut, seine Freude..........Es ist so bewundernswert und aufbauend! Seit letzter Woche hat er eine Art Ausbildung: Als Zeichenschüler oder so was in der Art........:-)

In letzter Zeit hatten wir ziemliche Probleme mit unserem Visum, was ziemlich nervenaufreibend war. Wir haben nur ein Visum für ein halbes Jahr und in Indien ist es nicht möglich es zu verlängern, also müssen wir ausreisen und wieder einreisen..........aber das ist alles so kompliziert!
Gestern haben wir den ganzen Abend getanzt..........das war so schön und lustig. Die Inder haben eine ganz andere Art beim Tanzen, die Bewegungen sind viel fliessender.....Schon die Kinder sind ganz verrückt nach Musik, können sehr gut tanzen.

Die allerliebsten Grüsse in die schöne Heimat

sendet euch Anna aus dem sonnigen, 40 Grad heißem Indien.............Bei euch beginnt nun der Herbst, oder? *hihi*


Achso: Falls jemand Fragen hat, lasst es mich wissen! Dann ist es für mich einfacher die Berichte interessant zu machen..............

neue Eindrücke















Blick auf die Straße.......













































Gandhifest.......





























Obstverkäufer auf den Straßen