Dienstag, 4. Dezember 2007

Chota

Letzte Woche fuhren wir mit Father Stanny in ein kleines Dorf, welches er vor einigen Jahren betreut hat. Die Salesianer versuchen den Dorfbewohner beizubringen richtig zu wirtschaften, da sie sonst durch die Kreditpolitik der Regierung zu Grunde gehen würden. Trotz der zunehmenden Landflucht leben 90 Prozent der Inder in Dörfern, hier spielt sich wohl das wahre indische Leben ab. Das Dorf ist circa zwei Stunden von Baroda entfernt, erst eine Stunde auf dem "indischen Highway" (Mehr als 70 km/h sind da nicht drin ;-) ) und dann noch eine Stunde durch die Prärie auf einem Holperpfad, dafür aber mit unglaublich schöner Landschaft. Den ersten Stopp machten wir an einer Kultstätte.....keine Ahnung welche Götter da alles verehrt werden, auf jeden Fall standen dort Tausende von Tontieren, in den Baumwipfeln darüber hingen hunderte von Fledermäusen! Hier trafen wir auch einen Einheimischen, welcher uns den Rest der Fahrt begleitete und uns sein Dorf zeigen wollte. Den ganzen Weg durch das Dorf wurden wir von neugierigen Kindern vefolgt...;-) Wir konnten einige Familien und deren Häuser besuchen. Wohnraum, Küche und Stall, alles ein einziger riesiger Raum. Kuehe, Ziegen, Kinder ;-) überall. Die Frauen kochen über offenen Feuerstellen, Die Waende sind mit Goetzenmalereien verziert. Ein Mann drückte uns Pfeil und Bogen in die Hand, welches wirklich noch benutzt wird und ein paar Frauen kleideten uns in deren traditionelle Gewänder. Am Anfang haben sich einige Frauen noch vor uns versteckt, dann wurden sie zutraulicher.....;-) Gegen sechs Uhr wurde es schlagartig kalt und dunkel, wir ertasteten uns den Rückweg zum Jeep. Das Nationaltier Indiens ist übrigens der Tiger ;-). Wiedermal alles Eindrücke, die in Worten einfach nicht widerzugeben sind....Die Armut auf dem Dorf ist allerdings nicht zu vergleichen mit der Armut in der Stadt. Die Menschen im Dorf arbeiten sehr hart, kennen es nicht anders, haben aber die Natur, Platz und das Notwendigste. Sie leben ein einfaches Leben. Allerdings gibt es auch im Dorf Monate, in denen es sehr hart ist und das Leben eher zum Überlebenskampf wird. Die Leute fliehen vom Dorf in die Stadt, weil sie sich dort ein besseres Leben erhoffen. Es gibt für diese Menschen aber keine Arbeit und kein Platz in der Stadt, das Leben ist für sie dann eher ein Dahinvegetieren, kein Sinn, kein Platz, Armut, Keine Nahrung, kein Dach, Vertreibung.......

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